GU (Gemeinsamer Unterricht)

Das Gemeinsame Lernen an der Sekundarschule Lage

Die Sekundarschule Lage ist eine neue Schulform und befindet sich im Aufbau- und Entwicklungsprozess. Erziehung und Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen sind Aufgabe aller Schulen, somit auch Aufgabe der Sekundarschule Lage, der wir uns verantwortungsvoll stellen.

Die Sekundarschule ist ein Ort des Lernens, eine „Schule für alle“, in der angemessen, nichthierarchisch und damit demokratisch auf die Heterogenität der Schülerschaft eingegangen wird. An unserer Schule ist das Gemeinsame Lernen ein durchgängiges Erziehungsprinzip.

Gemeinsames Lernen bedeutet, dass Kinder mit und ohne Förderbedarf gemeinsam lernen – miteinander und voneinander. Kinder mit unterschiedlichen Begabungen und Neigungen werden mit Beginn des 5. Schuljahres bei uns eingeschult. Sie haben von ihren Grundschullehrerinnen und Grundschullehrern eine Empfehlung für den Besuch eines Gymnasiums, einer Realschule oder einer Hauptschule bekommen, bei einigen wurde sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt.

In unserer Schule sind demnach ALLE Kinder willkommen, denn wir sehen Vielfalt und Andersartigkeit als Chance zum Aufbau von Akzeptanz, Wertschätzung, Empathie und Bereicherung für unsere Gemeinschaft.

An der Sekundarschule Lage werden prinzipiell Schülerinnen und Schüler aller Förderschwerpunkte aufgenommen, sofern die personellen und sächlichen Voraussetzungen gegeben sind.

Mit dem Begriff der Inklusion wird die Besonderheit und Individualität jedes Kindes betrachtet. Und davon ausgegangen, dass alle Kinder „inklusiv“ dazugehören.

Für die Sekundarschule Lage bedeutet Inklusion, die erweiterte Heterogenität und Vielfalt ALLLER Schülerinnen und Schüler im Klassenzimmer zu würdigen. Die Steigerung von Leistungen mit der Entwicklung kooperativer Beziehungen und die Verbesserung des Lern- und Lehrumfeldes soll hierbei prägend sein.

Wir sind auf dem Weg zu einer inklusive Schule,

• die den Kindern, unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen oder ihrer aktuellen Lebenslage gleiche Bildungschancen eröffnet

• die Barrieren für Lernen und Teilhabe aller Schüler abbaut

• in der Heterogenität und Vielfalt in den Klassen als selbstverständlich betrachtet wird

• in der unterschiedliche interdisziplinäre Teams bei der Förderung aller Kinder zusammen arbeiten

• die individuelle Förderung über eine pädagogische Leistungskultur stellt

• in der durch eine umfassende Prozessdiagnostik die Entwicklung der Kinder gefördert wird

• in der nicht nur Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf, sondern auch besonders Begabte, sowie Kinder mit unterschiedlichen familiären, sozialen und kulturellen Hintergründen besonders gefördert werden

• die Eltern als wichtige Bildungs- und Erziehungspartner in die Schulentwicklung einbezogen sind

• in der der Blick auch auf die Gesellschaft gerichtet ist, denn die Entwicklung einer inklusiven  Schule ist auf eine inklusive Gesellschaft angewiesen

Die Sekundarschule Lage besuchen derzeit 178 Schülerinnen und Schüler inklusive 12 Schülerinnen und Schüler mit offiziell diagnostiziertem sonderpädagogischem Förderbedarf.

Eine sonderpädagogische Förderung kann nach den Bildungszielen der    allgemeinen Schule  (zielgleicher Unterricht) oder nach dem Bildungsziel einer entsprechenden Förderschule (zieldifferenter Unterricht) erfolgen.

Kinder mit dem Förderschwerpunkt Sprache, Körperliche und Motorische Entwicklung sowie Emotionale und Soziale Entwicklung werden im Rahmen des Gemeinsamen Lernens zielgleich unterrichtet. Hierbei gelten die Richtlinien der allgemeinen Schule.

Kinder mit den Förderschwerpunkten Lernen und Geistige Entwicklung werden im Rahmen des Gemeinsamen Lernens  zieldifferent unterrichtet. In diesem Fall gelten die Richtlinien der entsprechenden Förderschule. Dem breiten Leistungsspektrum aller Kinder wird durch differenzierte und offene Unterrichtsformen entsprochen.

Derzeit arbeiten wir mit Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichen sonderpädagogischen Förderbedarfen. Die Kinder werden nach intensiven Aufnahmegesprächen und Diagnosen verschiedenen Lerngruppen und Lehrerteams zugeordnet. In den Kernfächern findet in der Regel eine Doppelbesetzung im Unterricht durch Regel- und Sonderpädagogen statt. Dabei unterstützt der Sonderpädagoge die Regelpädagogen im Umgang mit den Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, ermöglicht fachliche Reduzierungen, schafft Freiräume. Besonderen Wert legen wir auf Binnendifferenzierung und individuelle Förderung, d.h. innerhalb der Klasse werden leistungsdifferenzierte Angebote gemacht, ergänzt durch die individuelle Arbeit im Lernbüro. Dies bietet allen Kindern eine optimale Unterstützung.

Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf können auch eine Förderung in Form von Kleingruppen und Einzelförderung erhalten (wie  z.B. Übungen bezüglich der Wahrnehmung, der Förderung der Fein- und Grobmotorik, der Konzentration, der Unterstützung der sozialen und emotionalen Entwicklung, Sprachförderung).

Eine individuelle Förderplanung in Absprache mit dem Schüler/  der Schülerin, den Eltern, den Lehrkräften und der Sonderpädagogen ermöglicht Transparenz für alle Beteiligten. Wir erstellen gemeinsam Förderpläne mit individuellen Förderzielen, die sich sowohl an den Unterrichtsinhalten als auch an den individuellen Stärken und Beeinträchtigungen der Kinder orientieren. Dabei stehen die eigenen, ganz individuellen Lern- und Entwicklungsziele der Kinder und Jugendlichen im Vordergrund.

Von großer Relevanz ist für uns außerdem eine Kooperation mit außerschulischen Institutionen. Die Einschätzung von Ärzten, Psychologen,  Sprach- und Ergotherapeuten und dem Jugendamt dient uns unter anderem als Basis für die Entwicklung effektiver Maßnahmen.